Sozialrichter Jochen Strinischa zu Besuch in der BW12b

Mitte Februar besuchte Herr Jochen Strnischa, Sozialrichter am Landessozialgericht in Schweinfurt, die Klasse BW12b. In einer interessanten Doppelstunde brachte er den Schülerinnen und Schülern die Themen Sozialstaat und Rechtsstaat näher. Diese wurden im Unterricht zwar theoretisch besprochen, etwas ganz anderes ist es jedoch, wenn ein Jurist aus dem Nähkästchen plaudert. Herr Strnischa stellte mittels einer Power Point Präsentation dar, was Rechtsstaatlichkeit in der Praxis bedeutet. So erläuterte er z.B. in welchen Fällen man die Sozialgerichtsbarkeit in Anspruch nehmen kann, wie der Weg durch die Instanzen aussieht und dass eine Klage vor einem Sozialgericht in jedem Falle kostenfrei ist. Ins Gespräch mit den Schülern kam er vor allem als es um die Höhe und Zusammensetzung des Alg II (Hartz IV) ging. Es wurde unter anderem diskutiert, was unter einem menschenwürdigen Leben zu verstehen ist und ob eine Summe von 399€ Regelleistung dazu ausreichen kann. Interessiert zeigte sich die Klasse auch an den Fallbeispielen aus der Praxis, die Herr Strinischa, natürlich anonymisiert, mitgebracht hatte. Kann man Hartz IV beziehen, wenn man seinen Wohnsitz im Ausland hat? Nein! Kann es sein, dass man mit einem Vermögen von insgesamt 300.000€ An-spruch auf Leistungen aus dem Alg II hat? Ja! Abschließend warf Herr Strnischa noch die Frage auf, ob sich Arbeit nach Meinung der Schüler überhaupt noch lohne und kam auf das Problem des Niedriglohnsektors und die Bedeutung eines sicheren Arbeitsplatzes für jeden einzelnen zu sprechen. So konnten die Schüler noch ein paar Anregungen zum Nachdenken mit ins Wochenende nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

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